Warten auf e-Zoll

Nachricht am 08.05.2015. auf dem Businessportal eKapija veröffentlicht

 

 

 

Warten auf e-Zoll – Vereinfachte Verfahren und Bau von Frachtzentren werden die Logistik in Serbien verbessern

Laut dem letzten Bericht der Weltbank belegt Serbien den Platz 63, wenn es um Logistiksqualität geht. Auf dem ersten Platz  ist Deutschland, während die meistene Nachbarländar besser rangiert sind als wir: Kroatien (55), Rumänien (40), Slowenien (38), Ungarn (33). Wenn es ein Trost ist, haben wir Fortschritte gemacht: Im Jahr 2012  waren wir auf Platz 75 auf der Liste, die von der Weltbank alle 2 Jahre bekannt gegeben wird. In dem Bericht der Weltbank werden die Staaten nach mehreren Kriterien rangiert, wobei die Zolleffizienz, Infrastruktursqualität, Transportsqualität und Lieferzeit am wichtigsten sind.

Rücksichtlich der guten geografischen Lage Serbiens und Belgrads Rolle als regionales Zentrum fragen wir uns, wie beuntzen wir dieses Potenzial.

Neđo Mandić, der Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer für internationalen Transport und Logistik, gibt „eKapija“ an, dass Verbesserung schon im nächsten Jahr zu erwarten sei.

– “Als Ungarn noch kein EU-Mitgliedstaat war, blieben Fahrzeuge 24 Stunden lang am Nickelsdorf  Grenzepunkt und LKWs standen in einer mindestens 10km langen Stau an. Heute gibt es dort keine Stau mehr – sie wurde zu uns verschoben. Das Problem wird im Jahr 2015 gelöst wenn Serbien der EU/EFTA Konvention über gemeinsames Transitsverfahren beitritt. Dann wird alles so funktioniren als ob Serbien ein Teil der EU ware”.

Wie er erklärt, werde der Transport wessentlich einfacher funktioniren, mit nur einem Warenbegleitschein von Beladungs- zum Entladungsort, ohne zusätzliche Papieren an den Grenzen. Wenn es um die Qualität serbischer Transportfirmen geht, ist Mandić der Meinung, die Qualität und der Professionalismus  serbischer Transportfirmen seien sehr hoch, und er fügt hinzu, die Vorschriften unseres Internationaltransports seien mit den EU Vorschriften  abgestimmt.

„Wenn wir schon unser Haus neben der Straße gebaut haben”, erzählt Mandić weiter, „wäre es gut die Position zu nutzen”.

-„Durch den Bau des Kargozentrums in unserem Land, gäbe es die Möglichkeit, Waren aus der Türkei und dem Nahosten anzuziehen. In dem Umkreis von Belgrad sollten riesige Logistikszentren gebaut werden, die denen in der Nähe von Budapest ähneln”.

Auch Duško Radović, der Geschäftsführer der Firma „Transfera“, die sich mit aller Dienstleistungen der Zollverwaltung, als auch mit der Organisation internationales  Verkehrs und der Lagerung von Waren beschäftigt, nennt Ungarn als gutes Beispiel.

–  „Ende 90er und anfangs 2000er Jahre blühte Budapest als regionales Logistik- und Lagerungszentrum. In dem Zeitraum wurden über 2 Milliarden EUR in den Kreis um die Hauptstadt Ungarns, „Budapest ring“, investiert. Das Geld wurde für den Aufbau der Infrastruktur und Lagerungskapazität benutzt. Budapest belegte eine lange Zeit den ersten Platz als regionales Logistikzentrum.” – erklärt Radović.

Auf der anderen Seite, als Hauptvorteile Belgrads, nennt Radović die sehr gute geografische Lage – die Hauptstädte des Regions sind höchstens 400-500 km entfernt und größenteils durch Autobähne gut verbunden.

– „Immer mehr ausländische Firmen öffnen ihre Niederlassungen in Belgrad und verbinden ihre Logistik mit Belgrad. Am Ende des Jahres 2000 fing Belgrad an, die Hauptrolle als Regionalzentrum für die Länder Südeuropas und Balkans zu übernehmen. Dieser Trend soll durch die Vereinfachung der Gesetzslegislatur in dem Bereich von Zollverfahren, als auch durch schnellere Erhaltung von Erlaubnissen für Investoren und Reduzierung von administrativen Hindernissen fortgesetzt werden.”

Gute Nachrichten kommen aus dem Zollamt. Nämlich , NCTS – Das neue, computerisierte Transit System – das erste elektronische, papierlose Zollverfahren in Serbien – wird am Ende des Jahres 2014 getestet. Die landesweite Anwendung ist für anfang nächstes Jahr geplannt, während der Beitritt der Konvention über gemeinsames Transitsverfahren zur Jahreshälfte geplannt ist.

Aus dem Zollamt wurde „eKapija“ angegeben, die Einführung des Systems OPS (Berechtigte Wirtschaftsubjekte) sei auch zu erwarten sowie die Anfertigung des mit den EU-Standarden übereinstimmenden Registers, durch welches eine Partnerschaft zwischen den privaten und öffentlichen Sektoren gebaut wird.

– „Nach Plan wird das System im Herbst 2014 getestet. Direkt danach wird es möglich, einen Antrag für die OPS Statuserhaltung zu stellen. Die Grundlage für die Erlaubnisse sind Firmen, die vereinfachtes Zollverfahren benutzen, aber auch andere erfolgreiche Firmen.” – Wurde vom Zollamt erklärt.

Wie sie sagen, sei die Einführung aller diesen Neuigkeiten ein sehr kompliziertes Prozess und verlangt viel Anpassung. Es gibt auch viele technische und personelle Herausforderungen, die überwältigt werden müssen .

– „In Anbetracht dessen, dass die Länder aus der Region, wie z.B. Kroatien, änliche Erfahrungen während des EU-Beitrittprozesses schon hatten, bemühen wir uns aus ihren Beispielen zu lernen, damit wir Schwierigkeiten und Verzögerungen vermeiden können. Während der Verhandlungen über den EU-Beitritt erwartet uns eine Reihe von Änderung, deren Endziel die Einführung von E-Zoll bzw. papierloses Verfahrens in allen Segmenten sein sollte. Mit einer schrittweisen Lösung dieses großen Puzzles wird es zur Evolution des gesamten Systems kommen, so dass wir als Endprodukt einen serbischen Zoll bekommen werden, der völlig nach europäischen Standarden funktioniert.

Logistics Performance Index (LPI)
Der Index der Logistiksleistung  (Logistics Performance Index) ist ein interaktives Serviceprogramm mit dem Ziel, Ländern zu helfen, Herausforderungen und Möglichkeiten zu identifizieren, denen sie bei ihrer Arbeit in dem Logistik- und Handelsberiech begegnen,  als auch Empfehlungen zu erkennen, was die Länder tun können um ihre Leistungsfähigkeiten zu verbessern.