Logistik-Roadmap – Fragen und Antworten

Logistik-Roadmap – Fragen und Antworten

Posted by: transfera
Category: Vesti
Marko Rizov, direktor drumskog transporta kompanije Transfera, u sedištu kompanije.

Marko Rizov, Leiter des Straßentransports bei Transfera – „Die Führungskräfte der Zukunft werden diejenigen sein, die heute Innovation mit Wissen und praktischer Anwendung verbinden.“

In einer Zeit, in der sich die globale Logistik schneller denn je verändert, hat sich inländisches Transport- und Logistikunternehmen Transfera als einer der führenden Anbieter auf dem regionalen Markt positioniert und ist bekannt für Innovation, digitale Transformation und Personalentwicklung. Marko Rizov, Leiter des Straßentransports bei Transfera, ist seit der Zeit in der Branche tätig, als Serbien gerade dabei war, zu Europa aufzuschließen. Heute entwickelt das Unternehmen durch Innovation, digitale Transformation und die Transfera Talentakademie Systeme und Mitarbeiter, die neue Maßstäbe setzen. Im Gespräch mit InStore spricht Marko über die größten Herausforderungen der Branche, veränderte Kundenanforderungen, Schlüsseltechnologien und Innovationen, die die Logistik in den kommenden Jahren prägen werden, und teilt auch persönliche Erfahrungen, die seinen beruflichen Werdegang geprägt haben.

1. Was sind zurzeit die größten Herausforderungen für die Logistikbranche?

Die Logistik agiert heute in einem extrem dynamischen Umfeld, das ständige Anpassungsfähigkeit erfordert. Zu den größten Herausforderungen zähle ich geopolitische Konflikte, die Transporte in oder durch die betroffenen Gebiete erschweren oder unmöglich machen. Dies zwingt uns, alternative Routen und neue logistische Lösungen zu entwickeln. Weltweit steht die Branche zudem vor einem beschleunigten digitalen Wandel, einschließlich der Einführung der Systeme ICS2 und NCTS5, die den grenzüberschreitenden Warenverkehr verbessern sollen und in deren Umsetzung wir durch die Entwicklung unseres IT-Sektors erheblich investieren. Gleichzeitig erschweren steigende Kosten, unvorhersehbare Kraftstoffpreise und Inflation das Gleichgewicht zwischen Kundenerwartungen und Marktverträglichkeit. Fristen werden kürzer, Anfragen häufiger und Standards strenger – von Grenzen bis hin zu ökologischen Lösungen. Unter solchen Umständen hängt der Erfolg von der Bereitschaft ab, schnell zu reagieren, auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen und in unsere wertvollsten Vermögenswerte, Mitarbeiter und Wissen zu investieren.

2. Bemerken Sie signifikante Veränderungen in den Anforderungen von Kunden und Verbrauchern? Wie passen Sie sich diesen Veränderungen an?

Die Entwicklung des Online-Shoppings hat die Erwartungen völlig verändert. Endverbraucher möchten heute bequem von zu Hause aus Waren bestellen und diese schnellstmöglich und mit vollständiger Transparenz der Sendungsverfolgung erhalten. Dies eröffnete Raum für spezialisierte E-Commerce-Lösungen, bei denen Transfera in der Region Pionierarbeit leistet. Wir haben einen speziellen Bereich geschaffen, der Transport, Zollabfertigung, Lagerung, Sortierung und Expressversand kombiniert. Heute liefern wir in Zusammenarbeit mit führenden globalen Plattformen bis zu 50.000 Pakete pro Tag aus. Die globale Krise hat außerdem zu einer Fragmentierung der Sendungen geführt, anstelle von Großbestellungen werden zunehmend kleinere Mengen nachgefragt, jedoch mit den gleichen Laufzeiten und der gleichen Qualität. Die Antwort war die Bildung eines speziellen Teams und die Integration mit unseren Partnern, um Effizienz und Flexibilität zu gewährleisten.

3. Welche Technologien haben zurzeit den größten Einfluss auf die Logistik?

Die Technologien, die heute den größten Einfluss auf die Logistik haben, sind genau jene, die uns helfen, intelligenter, schneller und kontrollierter zu arbeiten, insbesondere im Straßentransportsektor. Im Zentrum des Wandels steht künstliche Intelligenz, die eine präzisere Schätzung von Lieferzeiten, die Optimierung von Routen und die frühzeitige Erkennung potenzieller Probleme ermöglicht. Roboterautomatisierung verbessert die Effizienz von Lagerprozessen, während Cloud- und Edge-Computing schnellen Datenzugriff und die Echtzeit-Synchronisierung von Teams ermöglichen. Besonders hervorzuheben sind Big Data und BI-Tools, die es uns ermöglichen, all diese Technologien in konkrete Erkenntnisse umzusetzen, die uns letztendlich helfen, intelligentere Entscheidungen zu treffen, Verzögerungen zu reduzieren und die Servicequalität zu verbessern.

Wir haben all diese Innovationen angenommen, weil sie nicht länger die Zukunft sind, sondern ein alltägliches Werkzeug für die Wettbewerbsfähigkeit.

4. Wie integriert Ihr Unternehmen Digitalisierung und Automatisierung in seine Prozesse?

Unser Ansatz zur Vereinheitlichung der genannten Prozesse basiert auf einer Kombination aus interner Entwicklung und intelligenter Integration mit externen Systemen. Intern entwickeln wir Softwarelösungen für Sendungsmanagement, Scannen, Routing und die Echtzeit-Kommunikation mit Partnern und nutzen KI für die Paketklassifizierung, Risikobewertung und automatisierte Berichterstattung. Über APIs und Webhook-Integrationen sind wir mit Zollplattformen, E-Commerce-Portalen und Kurierdiensten verbunden. Gleichzeitig nutzen wir Power BI und Data Warehouse, um die Leistung zu überwachen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen. In der Praxis bedeutet dies mehr Genauigkeit, bessere Prozesskontrolle und mehr Zeit für die strategische Entwicklung.

5. Glauben Sie, dass der menschliche Faktor in der Logistik unabhängig vom Automatisierungsgrad immer entscheidend sein wird? Wenn ja, warum?

Obwohl Technologie die moderne Logistik zunehmend prägt, wird der menschliche Faktor immer ihre wichtigste Säule bleiben. Automatisierung und digitale Werkzeuge machen Prozesse deutlich einfacher und schneller, doch kein System funktioniert ohne die Menschen, die es steuern. Bei Transfera treffen über 550 Mitarbeiter täglich wichtige operative und strategische Entscheidungen, lösen Herausforderungen vor Ort und pflegen die Beziehungen zu Kunden. Von IT-Experten und Zollbeamten bis hin zu Teams, die für Planung und operative Unterstützung zuständig sind – jeder spielt eine unersetzliche Rolle beim Aufbau eines stabilen, zuverlässigen und flexiblen Logistiksystems. Ja, Technologie ermöglicht es uns, schneller und präziser zu sein, aber es sind die Menschen, die den Unterschied machen. Daher glaube ich, dass die Zukunft der Logistik gerade in der Kombination intelligenter Lösungen und des menschlichen Faktors liegt.

6. Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit in Ihrer Arbeit und welche Schritte unternehmen Sie in Richtung umweltfreundlicherer Lösungen?

Bei Transfera sind wir stolz darauf, durch unsere tägliche Arbeit nachhaltige Praktiken in alle Segmente der Logistikkette zu integrieren. Besonderen Wert legen wir auf den intermodalen Verkehr, eine strategische Ausrichtung, die die Verlagerung von Transporteinheiten von der Straße auf die Schiene beinhaltet, was direkt zur Reduzierung von CO₂-Emissionen und zur Steigerung der Effizienz beiträgt. Unser Betriebsprinzip beinhaltet den Einsatz von Fahrzeugen mit Euro-6-Motoren. Zusätzliche Kraftstoffeinsparungen und eine Reduzierung der Umweltverschmutzung erzielen wir durch ECO-Fahrtrainings für Fahrer und die Nutzung von TIR-Parkplätzen innerhalb unseres Komplexes. In den Lagern verwenden wir LED-Beleuchtung, recycelbare Materialien und mehr als 100 Elektrostapler, von denen ein Viertel mit LION-Technologie arbeitet. Auf dem Dach unserer zentralen Logistikanlage werden bereits Solarmodule installiert. Wir setzen all diese Initiativen in der Überzeugung um, dass Nachhaltigkeit keine Alternativoption, sondern eine notwendige Verantwortung gegenüber unseren Partnern, der Gesellschaft und der Umwelt ist, in der wir tätig sind.

7. Wo sehen Sie die Logistikbranche in 5 oder 10 Jahren? Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Innovationen, die die Zukunft der Logistik prägen werden?

Angesichts der rasanten Entwicklung von Technologie und künstlicher Intelligenz bin ich überzeugt, dass uns eine neue Ära der Logistik bevorsteht. Wir werden einen noch breiteren Einsatz autonomer Fahrzeuge auf längeren Strecken und Drohnen erleben, die Waren direkt nach Hause liefern und so Lieferungen schneller, einfacher und günstiger machen. Künstliche Intelligenz wird unser alltäglicher Verbündeter werden, von der Bedarfsprognose und Routenoptimierung bis hin zur Lagerautomatisierung und präzisen Bestandsverwaltung. Technologie ist jedoch kein Selbstzweck. Ihr wahrer Wert wird darin liegen, Menschen die Arbeit zu erleichtern, Unternehmen Wachstum zu ermöglichen und Endkunden ein Liefererlebnis zu bieten, wie wir es noch nie zuvor erlebt haben. Die Führungskräfte der Zukunft werden diejenigen sein, die Innovation mit Wissen und der Fähigkeit verbinden, dieses schon heute in die Praxis umzusetzen.

8. Was hat Sie persönlich an dieser Branche gereizt?

Schon während meines Studiums rieten mir meine Professoren, über eine Karriere in der Logistik nachzudenken, denn damals, um 2010, war dies in unserem Land eine extrem junge Branche. Im Vergleich zu Europa trabten wir deutlich hinterher, moderne Logistiklösungen gab es praktisch nicht und Lieferketten steckten noch in den Kinderschuhen. Ich war einfach fasziniert davon, wie alles in entwickelten Systemen funktioniert. Jemand erstellt einen Plan, richtet einen Prozess ein und alles läuft reibungslos, egal ob es sich um Züge, LKWs oder komplexe Transportnetze handelt. Diese Faszination führte mich an die Fakultät für Verkehrswissenschaften und dann zu einer Karriere in dieser Branche. Heute, nach 15 Jahren, bin ich stolz darauf, dass die Logistik in Serbien wie keine andere Wirtschaftsbranche Seite an Seite mit Europa steht.